WAS IS KEIRYU?​

EFFEKTIVE, DYNAMISCHE, EXTRAVAGANTE ART ZU ANGELN

Keiryu ist ein echtes Crossover für das Fischen in den Bergen. Diese Angeltechnik vereint die Einfachheit und Dynamik des Tenkara mit der Effektivität des Naturköder-Angelns. Man hat hier eine hervorragende Kontrolle des Köders aufgrund der langen Angelrute und der relativ kurzen Schnur. Die gesamte Angelmontage ist ein sehr empfindlicher Indikator für den Fischangriff. Eine gute Sichtbarkeit der Bewegungstrajektorie des Köders schafft insgesamt eine einzigartige erwartungsvolle Atmosphäre.

Es gibt nichts, was man mit dem Gefühl von Drill ohne jegliche Hilfsmittel vergleichen kann. Alle Bewegungen des Fisches werden auf dem kürzesten Weg übertragen und jeder Fehler des Anglers ist endgültig. Es lässt keinerlei Raum für Korrekturen. Hier gibt es nur das Duell – Angler gegen Fisch mit dem Ausschluss jeglicher Hilfsmittel wie Angelrolle, Boote und so weiter.

Im Japanischen bedeutet Keiryu (渓流) – der „Gebirgsbach“. Es schließt in sich jede Angelmethode in den Bergen mit ein – ob Tenkara, Spinnangeln oder auch das Fliegenfischen. Richtiger wäre es allerdings von Keiryu-Esa-zuri (渓流餌釣り) zu sprechen. Dass bedeutet dann soviel wie – „Angeln in Gebirgsbächen mit Naturködern“. Wesentlich öfter spricht man allerdings einfach nur von Keiryu.

Ein anderer treffender Begriff, der aber eher ein Hinweis auf die Fanggeräte und die Fangmethode gibt, ist das sogenannte Myaku-zuri (ミャク釣り) –  „Impuls-Angeln“. Dieser Begriff wird aber in Japan eher selten in Verbindung mit dem Angeln in den Bergen verwendet. Das Impuls-Angeln kann sowohl für das Angeln von Karpfen als auch von anderen Friedfischen verwendet werden. Es wird auch für das Seeangeln verwendet.

Beim Keiryu gibt es keine ewig lange Angelschnur sowie auch keine Angelrolle mit mechanischen, magnetischen, digitalen oder sonstigen Bremsen. Alles hängt alleine vom Geschick des Fischers ab. Jeder Ruck und jede Flucht des Fisches, wird unmittelbar und direkt ohne Kompromisse auf die Rute übertragen.

Da es auf japanischen Territorium viele Berge gibt, hat sich über Jahrhunderte eine Angeltradition entwickelt, die mit der Zeit bis zur Perfektion verfeinert wurde. Das Keiryu-Fischen wurde ebenfalls über die Jahrhunderte durch Tradition und Evolution geprägt. Die meisten Flüsse und Bächen in den Bergen sind hier mit Büschen und Bäumen bewachsen. Genauso sind Geröll und Felsen am Ufer anzutreffen. Dadurch wird dem Angler die Möglichkeit des Castings genommen. Hier manifestiert sich die Keiryu-Angelmethode am besten – noch wesentlich besser als in anderen Regionen.Aufgrund der geografischen Lage und der Landschaft in der Schweiz sowie der gesamten Alpenregion erweist sich das Keiryu-Angeln als die beste Fischenmethode für das Angeln in den Bergen.

Keiryu ist als eines der einfachsten und zugänglichsten Fanggeräte zu verstehen. Es bedeutet zugleich, dass es sehr einfach zu erlernen und zu verstehen ist – keinesfalls aber, dass es nicht auch anspruchsvoll ist. Die kompakte Größe und das geringe Gewicht bringt erhebliche Vorteile für das Reisen und den Transport mit sich.

Der entscheidende Faktor für das Angeln mit Naturködern bleibt jedoch, dass man wesentlich mehr Fische fangen könnte. Zudem lassen sich auch Erwachsene (äußerst vorsichtige) Fische und eine größere Vielfalt von Fischarten fangen.

Heute ist es eines der effizientesten, dynamischsten und extravagantesten Arten des Angelns in Bergflüssen. Keiryu-Angeln kann man fast in alle fließenden Gewässern und Regionen in denen das Fliegenfischen verbreitet ist.